Interview mit Herrn Freese

freeseSZ: Am 07.03 werden Sie die Schule verlassen und eine neue Stelle annehmen. Herr Schimmelpfennig wird Ihre Funktion als Schulleiter vorläufig übernehmen. Wo werden Sie hingehen?

FRE: Ich werde in die Senatsverwaltung gehen und werde dort das Grundsatzreferat für Gymnasien übernehmen. Das ist sozusagen die Verwaltungsschnittstelle zwischen Politik und den Gymnasien.

SZ: Was sind die genauen Aufgaben?

FRE: Die Aufgaben sind alle Grundsatzfragen von gymnasialer Bildung zu klären und weiter zu gestalten. Es geht zum Beispiel um Begabtenförderung, Prüfungsabläufe oder die Verpartnerung von Schulen, was die Zweitkorrektur angeht. So steht unsere Schule seit 3 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium. Dort sind unsere Zweitkorrektoren für das Abitur. Das wird von der Senatsverwaltung geregelt und dafür werde ich zuständig sein.

SZ: Was hat Sie dazu bewegt Ihre Stelle zu wechseln?

FRE: Ich wurde angeregt, mich auf diese Stelle zu bewerben. Außerdem bin ich jemand, der im beruflichen Leben immer neue Herausforderungen sucht. Ich habe noch ein paar Jahre Berufsleben vor mir. Nachdem ich 26 Jahre in verschiedenen Schulfeldern gearbeitet habe, finde ich es spannend einen weiteren Blick auf die Schullandschaft zu bekommen. Also nicht nur die Einzelschule zu sehen, sondern das gymnasiale Schulsystem in Berlin.

SZ: Da Herr Schimmelpfennig kommissarisch eingesetzter Schulleiter sein wird, stellt sich die Frage, wer die Aufgabe von ihm als stellvertretender Schulleiter übernimmt.

FRE: Herr Becker wird morgens die Vertretungspläne schreiben. Herr Schimmelpfennig wird einen Teil seiner Aufgaben selber weitermachen, dafür hat er dann weniger Unterricht. Ein paar Aufgaben werden nicht in der Intensität gemacht werden können, als wenn zwei Kollegen Vollzeit damit beschäftigt sind. Sollte Herr Schimmelpfennig ausfallen, würde Herr Oehme die Schulleitung weiterführen.

SZ: Wann werden wir erfahren wer der/die neue Schulleiter/-in wird?

FRE: Die Stelle wird ausgeschrieben und ich hoffe, dass vielleicht schon nächstes Schuljahr jemand Neues da ist. Allerdings müssen Bewerber her und es muss eine Entscheidung getroffen werden. Dieses Verfahren kann sich aus verschiedenen Gründen hinziehen, aber das muss nicht immer der Fall sein. Wir hoffen, dass es gut geht.

SZ: Was werden Sie vermissen?

FRE: Ich habe an dieser Stelle sehr gerne gearbeitet. Ich werde viele Kollegen, mit denen ich sehr gerne zusammengearbeitet habe, vermissen. Im Schulleitungsteam haben wir gut gearbeitet. Die Elternarbeit hat aus meiner Sicht gut funktioniert, weil die Eltern präsent und aktiv sind. Auch die Arbeit mit aktiven Schülern macht mir Spaß. Die Atmosphäre werde ich vermissen. Also die gute Stimmung, die hier überwiegend herrscht. Das sind Punkte, die mir immer gut gefallen haben.

SZ: Wenn Sie auf Ihre Zeit am Gebrüder-Montgolfier-Gymnasium zurückblicken, was haben Sie erreicht oder verändert?

FRE: Das fällt ein bisschen magerer aus (lachen). Jedenfalls gemessen an dem, was ich erreichen wollte. Ich sage es mal so: Die eigentliche Aufgabe, warum ich gebeten wurde hierher zu kommen, ist gut umgesetzt worden. Ich glaube, dass alle hier wieder gerne arbeiten, was vorher nicht der Fall war.

SZ: Wegen der vorherigen Schulleiterin?

FRE: Wegen der Situation. Ich würde nicht sagen, dass die Schulleiterin alleine daran die Schuld trug. Ein Problem, was im Kollegium also mit allen Beteiligten inklusive der Schulleitung bestand. Dabei ist jetzt vieles gut gelungen, was die Kommunikation angeht. Das zeigt sich auch im Inspektionsbericht. Wir haben Emailverteiler und ich glaube, dass es mir gelungen ist, die Schülerselbstverwaltung zu aktivieren. Unter anderem durch die Zusammenarbeit mit „Mehr als Lernen“, was Frau Hannert umsetzt. Wir haben den Ganztag verbessert, die Schulsozialarbeit ausgeweitet und wir haben Bundesfreiwilligendienstler an der Schule. Ich habe auch dazu beigetragen, dass wir weitere technische Ausstattungen, wie die iPads, haben. Der Oberstufenkurs Studium und Beruf wurde eingeführt und wir haben eine Mittelstufenkoordination. Das sind Impulse, die ich geben konnte. Trotzdem ist das nicht nur meine Leistung, sondern immer eine Teamleistung.

Ich persönlich hätte gerne noch mehr erreicht, was die Weiterentwicklung des Ganztages angeht. Es ist auch noch Luft nach oben, dass Schüler selbständiger arbeiten. Im Lernprozess sollten die Lehrer Verantwortung an die Schüler abgeben.

Dennoch hat diese Schule ein hohes Level. Das sieht man auch an der hohen Nachfrage der Schule, die übrigens gestiegen ist, seit dem ich hier bin. Woran das auch liegen mag, ich nehme es befriedigend zur Kenntnis.

Ja, ich würde sagen, das ist der Rückblick auf 3 Jahre. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe und ich habe es nie bereut.

SZ: Möchten Sie zum Schluss noch etwas ergänzen oder Ihrem/Ihrer Nachfolger/-in einen Tipp mit auf den Weg geben?

FRE: Ich hoffe es gelingt dem Nachfolger fortzuführen, was hier in Gang gekommen ist. Die Kommunikation mit dem Kollegium und dass Kollegen Raum haben, ihre Konzepte einzubringen. Außerdem hoffe ich, dass die Schülervertretung weiterhin unterstützt wird, aktiv zu sein und die Elternarbeit weiter so gut gelingt. Ich wünsche dem Kollegium, dass sie vielleicht nochmal stärker an die innere Entwicklung herangehen im Sinne von: Der Streit ist jetzt 3 Jahre her und nun kann man nochmal stärker an die Arbeit gehen. Das wäre ein Tipp an den Nachfolger. Aber auch nicht zu viel verändern wollen. Wie gesagt, es läuft schon vieles gut.

SZ: Dann vielen Dank für das, was Sie an unserer Schule geleistet haben.

FRE: Gerne. Es ist mir nicht leicht gefallen die Schule aufzugeben. Denn es ist schon eine tolle Schule, an der man als Schulleiter sehr gut arbeiten kann. Das ist mein Risiko, dass ich das aufgebe, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Pascal H.

 

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