Wie bringe ich mir selber eine Sprache bei?

img_20160907_170450Vorwort

Was braucht man um eine Sprache zu lernen?

Klar, einen Lehrer und Talent!

Lasst mich euch ein Geheimnis verraten: Man braucht beides nicht.

Ich durfte Erfahrungen in vier verschiedenen Sprachen sammeln und möchte meine Erfahrungen und Tipps mit euch teilen. Vor allem werde ich euch sagen, was man wirklich braucht. Die erste Fremdsprache für die Meisten – ebenso für mich – war Englisch. Englisch zu lernen war in gewisser Weise eine seltsame Erfahrung. Man brachte mir in der Schule die Grundlagen der Sprache bei und durch konstantes ausgesetzt sein zu der Sprache, durch die Medien – insbesonders das Internet – konnte ich es dann irgendwann. In mancher Hinsicht ist es fast wie eine zweite Muttersprache.

In der siebten Klasse mussten wir dann Französisch lernen und genau da liegt das Problem: Wir mussten. Ich war nicht vorbereitet eine neue Sprache zu lernen und hatte völlig falsche Vorstellungen, da ich dachte, dass ich das wie Englisch im Sauseschritt und ohne Anstrengung lernen könnte. In der neunten Klasse belegte ich einen Russischkurs, es taten sich ähnliche Probleme auf, wie in der siebten Klasse und ich wäre sogar beinahe durchgefallen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe zweimal kläglich versagt eine Sprache zu lernen und weiß daher auch, wie man es am besten nicht macht. Ich habe allerdings auch gemerkt, dass Schule ein falsches Bild vom Sprachenlernen vermittelt und einige immense Defizite aufweisen kann. Mir wurde immer das Gefühl vermittelt, entweder ist man flüssig oder nicht, aber heute weiß ich, dass man nicht in einer ganzen Sprache flüssig sein kann, sondern nur auf bestimmten Gebieten und das hängt mit den eigenen Interessen zusammen. Ich weiß beispielsweise nicht, was folgende Wörter bedeuten: buts, arbitre, gardien. Ich bin in Französisch also nicht im Thema Fußball „flüssig“. Obwohl ich in Französisch wahrscheinlich in kaum einem Thema „flüssig“ bin. Außerdem erinnere ich mich, dass wir in der siebten Klasse unseren „Lerntyp“ ermitteln sollten (visuell, haptisch, …). Von Relevanz, war das im Unterricht nie, womit ich nicht sagen will, dass die Lehrer das Problem sind. Man ist meistens selber Schuld, wenn es nicht so gut für einen läuft. Seit Anfang 2016 lerne ich jetzt Japanisch im Selbststudium und kann mich jetzt schon besser ausdrücken als in Französisch und Russisch zusammen. Das sind gerade mal sechs Monate eigenständiges Lernen gegen zusammen fünf Jahre Unterricht.

Vorteile des Selbststudiums

Wie also kann es sein, dass es auf einmal so reibungslos funktioniert? Man hat etwas wunderbares zur Verfügung, nämlich die Freiheit zu lernen wie es einem gefällt. Das eigene Lerntempo muss sich nicht einem sturen System anpassen und man lernt aus Spaß und Interesse, nicht um irgendwelche Tests zu bestehen. Es steht einem außerdem frei sich sein eigenes Vokabular anzueignen, worauf man sonst keine Lust mehr hat, weil man schon die Wörter aus dem Unterricht lernen muss. Man muss sich selber fragen was man in naher Zukunft mit der Sprache anfangen will. Will ich Gedichte schreiben, können mir Wörter wie Kiosk oder Gurke vorerst egal sein, will ich aber z.B. ein Auslandsjahr machen, sollte ich die Umgangssprache lernen. Ein weiterer Vorteil ist, welcher sich einem bietet, wenn man alleine lernt, dass das Lernen viel frequenter erfolgen kann. Wenn ich mich richtig erinnere hatten wir fünf Schulstunden Französisch, was nicht einmal vier Stunden pro Woche sind. Wie viel man eigentlich lernen sollte, verrate ich hier aus gutem Grund noch nicht.

Habt noch ein bisschen Geduld.

Der größte Vorteil ist und bleibt aber die Tatsache, dass einem die Wahl der Sprache, die man lernt freisteht. Von Schwedisch über Koreanisch bis hin zu Swahili kann man alles lernen, wofür es Lehrbücher gibt.

Was braucht man?

Wie ich bereits erwähnte sind weder ein Lehrer noch Talent nötig um eine Sprache zu lernen. Man braucht zwar einige Sachen um erfolgreich zu sein, allerdings eignet man sich diese zu neunzig Prozent beim Lernen an. Für den Anfang ist nur eine Sache von Nöten:

Motivation.

Zum Glück ist der erste Schritt nicht nur der Wichtigste, sondern in diesem Fall auch der Einfachste, obwohl man nicht wirklich Einfluss auf ihn nehmen kann. Die Motivation kann durch alles kommen, sei es Interesse an der Kultur, ein Liebesabenteuer aus dem Sommerurlaub oder etwas ganz anderes. Es gibt keinen schlechten Grund eine Sprache zu lernen. Kein Anreiz ist besser oder schlechter als ein Anderer. Jeder leidenschaftliche Ansporn wird euch ans Ziel bringen. Eine wichtige Sache, die man sich beim Lernen an trainiert ist etwas, dass euch im Leben sicherlich in allerlei Hinsicht weiterhelfen wird. Ich rede natürlich von

Selbstdisziplin.

Ich erwähnte zuvor, dass vier Stunden wöchentlich zu wenig sind. Eine realistische Zahl – besonders in den ersten drei bis vier Monaten – sind zwei Stunden täglich, sprich vierzehn Stunden je Woche. Das klingt zunächst hart, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Es ist nur wichtig sich nicht selbst zu belügen und Ausreden zu erfinden. Man ist nie so beschäftigt wie man es sich selber sagt. Achtet mal darauf wie viel Zeit ihr auf YouTube, Twitter und co. verplämpert. An manchen Tagen kann sich das zu Stunden addieren. Wenn sich diese Zeit zu weniger als eine viertel Stunde addiert, habt ihr den Tag vermutlich ganz gut genutzt. Man darf keine Angst haben Zeit und Geld zu investieren. Das ist aber gar kein Thema, wenn ihr erstmal mit dem Herzen bei der Sache seid.

Wichtig ist auch, dass ihr Selbstvertrauen habt, denn es ist nicht so schwer wie alle sagen. Es dauert eben nur seine Zeit. Ich dachte auch immer der Gedanke Japanisch zu lernen wäre absurd, weil die Sprache viel zu schwer ist und man über 2000 Schriftzeichen in 3 Alphabeten lernen muss, aber mittlerweile mache ich das sogar am liebsten. Wenn ihr erstmal einen Plan habt, wie ihr lernen könnt, räumen sich solche Probleme von alleine aus dem Weg.

Einen Plan zu haben ist der nächste wichtige Punkt.

Ich empfehle euch mit einem Einsteigerlehrbuch für das Selbststudium anzufangen und dann zur Selbstständigkeit überzugehen. Wie das in der Praxis genau aussieht ist bei jeder Sprache – auf Grund der unterschiedlichen Ressourcen – anders. Eine letzte Fertigkeit – die euch ungemein helfen wird – ist gute Englischkenntnisse mitzubringen. Auch wenn, es keineswegs notwendig ist, wird sich dadurch doch die Menge der nutzbaren Quellen verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen.

Lernmethoden

Wenn man erst einmal begonnen hat eine Sprache zu lernen, ist das Wichtigste natürlich, wie man lernt. Was Lernmethoden angeht, gibt es – wie sonst auch – keine absolute Antwort, dennoch möchte ich euch mal mit meinen Favoriten – die auch von Millionen anderen Menschen genutzt werden – vertraut machen. Erstaunlich einfach und dennoch Wunder wirkend ist das Einstudieren von Vokabeln mit Hilfe eines Spaced Repition Systems. Aber keine Sorge, denn das klingt komplizierter als es ist. So ein System funktioniert, indem ihr beim Revidieren der Vokabeln einschätzt, wie einfach oder schwer die Vokabeln für euch waren. Je schwerer es euch fiel sich an ein Wort zu erinnern, desto öfter werdet ihr dieses abgefragt. Eigentlich ganz simpel, aber durch das zeitlich richtige Abfragen von Vokabeln wird die Vergessenskurve immer wieder zurückgesetzt und ihr vergesst die Vokabeln nicht. Die Vergessenskurve ist übrigens ein echtes wissenschaftliches Konzept eines deutschen Psychologen, welches nicht mit der Lernkurve zu verwechseln ist. Praktisch lässt sich das sicherlich in vielerlei Wegen umsetzen, z.B. mit einem Karteikartenordner. Ich empfehle euch aber Programme oder Apps dafür zu benutzen, da man sich das Organisieren der Karten erspart. Dennoch empfehle ich, dass ihr keine Karteikarten aus dem Internet herunterlädt, sondern sie euch selbst erstellt. So hat man einen besseren Bezug zu den Vokabeln, besonders, wenn man sie vorher in mehreren Wörterbüchern nachgeschlagen hat. Speziell kann ich euch das Programm „Anki“ ans Herz legen. Für „Anki“gibt es auch unzählige Addons und Möglichkeiten die Karten zu gestalten (z.B. mit Bildern oder Audiodateien).

Weiterhin wird es euch ungemein weiterhelfen, wenn ihr euch ein Forum für eure Sprache, wo ihr euch mit anderen Lernenden oder Muttersprachlern austauschen oder Fragen stellen könnt, sucht. Denkt immer daran, dass nur wer Fragen stellt, auch Antworten bekommen kann. Achtet aber immer darauf von wem ihr Hilfe entgegen nehmt. Eine der essentiellsten Gegenstände des Spracherwerbs sind aber nach wie vor die Medien, ganz gleich ob Internet, Fernsehen, oder Musik. Seid aber nicht demotiviert, wenn ihr euer Lieblingslied nach einem Monat Lernen immer noch nicht versteht, das ist ganz normal. Freut euch lieber, wenn ihr etwas versteht. Mit der Zeit werdet ihr immer mehr verstehen und die Sprache wird sich langsam aber sicher wie ein Puzzle zusammensetzen. Die schönsten Momente bleiben immer noch, wenn ihr etwas versteht, dass ihr gerade erst oder noch gar nicht gelernt habt, weil ihr es euch selbst erschlossen habt. Wobei es dabei aber oft mehr Vokabeln als Grammatik sind, die man sich erschließen kann.

Wo wir schon bei Grammatik sind, es kann sehr hilfreich sein, sich eigene Übersichten über die Grammatik zu erstellen. Da diese auf euch zugeschnitten sind, könnt ihr jeder Zeit alles schnell nachgucken und wer eine Übersicht über die Grammatik erstellen kann, hat sie auch verstanden. Der Nachteil dabei ist, dass dies mitunter sehr zeitaufwendig sein kann. Generell ist es – trotz allem – aber sinnvoll das Studium nicht mit zu viel Ressourcen anzufangen. Stattdessen solltet ihr euch von einer Lehrbuchreihe eurer Wahl in die Sprache einführen lassen. Je mehr Bände es von eurem Lehrbuch gibt, desto mehr Grammatik könnt ihr lernen und desto mehr Zeit habt ihr, euch einen Plan für das eigenständige Lernen zu machen. Etwas wichtiges fehlt aber noch.

Na klar, ein Wörterbuch! Ne, mehrere!

Die besten Wörterbücher im Allgemeinen sind wohl von PONS und Langenscheidt, allerdings ist es gut sich auch ein Wörterbuch, welches auf eure Sprache spezialisiert ist, zu suchen. Versucht von Google Übersetzer abzusehen und denkt gar nicht erst daran Sätze übersetzen lassen zu wollen. Habt aber immer mehrere Wörterbücher bei Hand, denn besonders bei abstrakten Begriffen findet man in verschieden Büchern unterschiedliche Einträge. Manchmal gibt es auch Begriffe, die zehn bis zwanzig Bedeutungen haben. Sucht euch dann einfach ein Paar wichtige oder das, was in eurem Kontext Sinn macht. Generell sollte man nie aktiv mehr als zwei bis drei Bedeutungen für ein Wort lernen. Alles darüber hinaus wird euch nur unnötig verwirren. Früher oder später lernt ihr diese Bedeutungen sowieso unterbewusst, durch beispielsweise Filme oder Fernsehen, da diese oft Teil von Kollokationen sind.

Übrigens wird das Lernen von Redewendungen und Kollokationen eure Sprache erheblich aufbessern. Da Berlin eine sehr vielfältige Stadt mit Personen aus aller Welt ist, habt ihr auch gleich die Möglichkeit das Gelernte anzuwenden. Wenn ihr aber eine Sprache lernt, die nicht sehr verbreitet ist, oder es trotz allem in Berlin nicht viele Muttersprachler gibt, könnt ihr auch Dienste wie „italki“ nutzen. Solche Services ermöglichen es euch über das Internet mit Muttersprachlern, die eure Muttersprache lernen wollen, zu reden. Auch Lehrer könnt ihr euch über solche Seiten suchen, wenn ihr an so etwas Interesse habt. Aber dann könnt ihr euch eigentlich auch gleich für einen Volkshochschulkurs einschreiben. Weiterhin, wie ich schon gesagt habe, solltet ihr euch das Vokabular, das ihr braucht aneignen, denn eben das kann man am besten anwenden. Lernt zum Beispiel, wie eure Schulfächer in eurer zu lernenden Sprache heißen und übersetzt euren Stundenplan. Benutzt dabei aber immer nur euch vertrautes, bekanntes Vokabular. Durch das tägliche Sehen prägt ihr euch die Begriffe viel leichter ein und ihr habt gleich noch ein kleines Erfolgserlebnis. Vergesst bei Alledem nicht ab und zu auch mal Stift und Papier raus zuholen. Insbesondere, wenn ihr ein neues Alphabet lernen müsst. Bei Sprachen wie Chinesisch und Arabisch ist es absolut vital auch handschriftlich zu lernen. Viele Leute kleben sich auch Zettel mit Vokabeln an Objekte in ihrem Haus, wobei ich das allerdings auf Dauer etwas aufwendig finde und was macht man dann mit Begriffen wie schwimmen? Wo klebt man das hin? An die Badewanne?

Stattdessen, könnt ihr versuchen in Gedanken die Vokabeln mit Orten, an denen ihr täglich seid zu verbinden. Geht ihr in die Cafeteria könnt ihr dort taberu – essen oder wenn ihr in die Bibliothek geht könnt ihr dort yomu – lesen. Oder, wenn ihr morgens über die Spree fahrt, könnt ihr dort oyogu – schwimmen. Auch wenn die Spree dafür zugegebenermaßen nicht der schönste Fluss ist. Diese Idee kam aber nicht von mir, sondern von einem bekannten Polyglott namens Tim Doner. Das ist quasi ein Tipp von einem echten Profi, also probiert es mal aus. Positiv überrascht war ich zudem von dem Videospiel Influent. Es eignet sich hervorragend für Anfänger um Vokablen, mit denen man oft zu tun hat, zu lernen. Man erkundet sein Apartment, klickt auf Gegenstände und kann diese Vokabeln zu seiner Liste hinzufügen und sich abfragen lassen. Das bloße Einprägen von Wörter wird für „visuelle Lerntypen“ hiermit zum Kinderspiel. Influent gibt es für unzählige Sprachen, darunter auch Japanisch, Spanisch und Französisch. Solltet ihr einmal unsicher sein, ob eine Formulierung gängig ist, oder welche Vokabel – aus einer Reihe von Wörter mit der gleichen Bedeutung – am häufigsten benutzt wird, braucht ihr nur Google öffnen, eure Phrase in Anführungszeichen einzugeben und zu schauen wie viele Ergebnisse ihr jeweils kriegt. Durch die Anführungszeichen sucht Google nicht nach den einzelnen Wörtern, sondern nach dem kompletten Konstrukt. Achtet bei den Ergebnissen auch immer darauf in welchem Zusammenhang eure Suchanfrage unter den Suchergebnissen verwendet wird. Um eure Zeit über den ganzen Tag optimal zu nutzen, ist es auch ratsam euch Apps, die euch beim Lernen unterwegs unterstützen zur Hilfe zu nehmen. Das Angebot hier ist überwältigend, also sucht euch einfach, was für euch am besten funktioniert.

Was man nicht tun sollte

Trotz den Möglichkeiten, die sich einem heutzutage bieten, kann man dennoch einiges falsch machen und sich unnötig belasten. Schlagt nicht jedes Wort, das ihr nicht kennt nach. Man kann natürlich nur lernen, wenn man neugierig ist, aber man darf es nicht übertreiben. Ehe man sich versieht hat man täglich über 300 Vokabeln in seiner Wiederholungsliste und macht sich unnötig Stress. Wenn ihr etwas gelernt habt – ganz besonders Grammatik – müsst ihr es auch anwenden, sonst vergesst ihr es ganz schnell wieder. Ein gutes Lehrbuch wird euch dabei helfen, indem es euch zum richtigen Zeitpunkt die richtige Grammatik abverlangt. Wenn ihr erstmal die Grundlagen der Grammatik durchhabt, werdet ihr auch nicht mehr an Grammatik hängen bleiben, sondern an Wörtern. Dann dürft ihr aber nicht zu lange überlegen und müsst versuchen zu umschreiben, was ihr sagen wollt. Zum Aquarium? Naja, der Ort, wo man Fische anschauen kann eben.

Macht euch auch nicht zu viele Sorgen um die Aussprache, außer ihr lernt eine Sprache, in der eben diese sehr wichtig ist, z.B. Chinesisch. Im Japanischen kann hashi z.B. Essstäbchen, oder auch Brücke heißen, je nachdem, ob man auf dem shi die Stimmte hebt oder senkt. Aber das ist Teil eines Sprachgefühls, das man nicht aktiv lernen muss. Außerdem wird euch der Kontext fast immer retten. Wenn ihr sagt, dass ihr noch nicht so gut mit hashi essen könnt, wird keiner denken, dass ihr „mit Brücke“ meint. Man darf auch nicht immer versuchen alles eins zu eins auf die eigene Sprache zu übertragen. Je nach Sprachfamilie können Sprachen sehr unterschiedlich sein und manche Konzepte müssen dabei einfach als eigenständige Materie behandelt werden. Manchmal kann es ganz hilfreich sein, dabei die eigene Sprache kurz zu vergessen. Man darf sich aber gerne Eselsbrücken bauen. Und kauft bloß keine Bücher von Linguisten oder Bücher für die Universität. Diese sind meist so geschrieben, dass sie mehr Fragen als Antworten aufwerfen. Was interessiert es einen, ob ein Wort nun ein „adverbiales Nomen“ ist oder was eine „Kopula“ ist? Wichtig ist doch lediglich, dass man weiß wie man mit diesen Wörtern Sätze bilden kann, nicht welcher sprachlich-historische Hintergrund dahinter steckt.

Zum Schluss noch eine Sache: Seiten wie „Busuu“ oder „Rosetta Stone“ sind einfach nur absurd. Ihr werdet einfach nur Sachen abgefragt, die ihr noch gar nicht kennt und die Grammatik dahinter wird sowieso nicht erläutert. Manchmal sind die Phrasen, die einem beigebracht werden nicht einmal gängig. Diese Seiten haben alle sicherlich ihre eigenen Konzepte, nur habe ich bisher noch kein funktionierendes gesehen.

Schlusswort

Ihr seht also, eine Sprache zu erlernen ist doch etwas anders als man zunächst denkt, aber keineswegs unmöglich und wenn man einen Plan hat, macht es auch noch richtig Spaß. Es gibt wie – sonst im Leben – immer mal wieder harte aber auch schöne Zeiten. In einem Jahr werdet ihr dann froh sein, dass ihr angefangen habt und euch wünschen noch ein Jahr eher begonnen zu haben. Und lasst euch nie entmutigen, denn jeder hat mal Momente, wo er denkt

„Was kann ich jetzt eigentlich?“.

Ihr könnt immer schon mehr als euch eigentlich bewusst ist, also bleibt am Ball. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Übrigens, lasst euch von mir nicht den Schulunterricht schlecht reden, sondern versucht lieber all diese Tipps ins Lernen mit einfließen zu lassen und vielleicht finden Lehrer hier auch noch ein paar Anregungen. Anhänglich findet ihr noch eine Liste der wichtigsten Materialien, mit denen ich aktiv Japanisch lerne, falls ihr selber speziell damit anfangen wollt.

Japanisch-Ressourcen

Japanisch Schritt für Schritt – Martin & Maho Clauß (Einsteigergrammatik)

A Guide to Japanese Grammar – Tae Kim (detaillierter englischer Grammatikführer als

Buch oder kostenlos im Internet)

jisho.org (Englisch-Japanisch Wörterbuch, auch für Kanji)

wadoku.de (Deutsch-Japanisch Wörterbuch)

alc.co.jp (Japanisch-Englisch Wörterbuch, beinhaltet sehr spezifische Begriffe)

japanisch-netzwerk.de/forum (Forum)

Tango Master (App für Vokabeln und Kanji + offline Wörterbuch)

2 Kommentare

  1. Florian sagt:

    Wirklich schöner Artikel. Ich glaube ich sollte mal wieder etwas mehr japanisch lernen. Dich hole ich eh nicht mehr ein aber wenigestens Hiragana und Katakana sollte ich jetzt mal langsam können

  2. Selina sagt:

    Wow, das war ein sehr ausführlicher und interessanter Artikel. Ich nehme mir schon seit mehreren Monaten vor schwedisch zu lernen, habe es aber noch nie umgesetzt. Jetzt bin ich wieder motiviert! 😀

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