Interview mit Frau Müller

SZ: Wie haben Sie Ihre erste Schulwoche hier wahrgenommen? Was ist Ihnen besonders positiv oder negativ aufgefallen?

 

Mlr: Negativ erst einmal gar nichts. Positiv ist mir schon damals die Schule aufgefallen, als ich sie mir angesehen habe, zum Tag der offenen Tür. Die Ausstattung und die Größe und was die Atmosphäre anbelangt, das hat sich jetzt in den ersten Wochen bestätigt! Alles soweit sehr gut, auch im Unterricht. Na klar, man wird erst einmal angeschaut, man ist ja neu. Ich fühle mich dennoch von allen gut und vor allem offen aufgenommen.

 

SZ: Was hat Sie dazu bewogen auf unsere Schule zu kommen?

Mlr: Ganz einfach: Ich bin angesprochen worden. Das war sehr kurzfristig, dass eure Schule ins Gespräch kam und dann hatte ich nicht allzu viel Zeit zum Überlegen. Außerdem liegt sie in relativer Nähe und hat ein interessantes Profil. Auch war mir persönlich wichtig, dass ich das Kollegium nicht privat kannte.

 

SZ: An welchen Schulen haben Sie vorher unterrichtet?

 

Mlr: Viele! Also das ist jetzt meine siebte Schule. Ich habe 1988 in Hirschgarten angefangen, war dann auf einer Gesamtschule in Köpenick, auf einer Grundschule in Friedrichshagen und 1994/95 bin ich in Friedrichshagen an das Gymnasium gegangen. Danach bin ich nach Wendenschloss versetzt worden. In der Zeit habe ich die Psychologie Ausbildung abgeschlossen und dort hatte mich der Schulleiter gefragt, ob ich nach Altglienicke möchte. Dann bin ich also von Wendenschloss nach Altglienicke gegangen an das Anne-Frank-Gymnasium. Und jetzt bin ich hier.

 

SZ: Was haben Sie sich für Ziele hier an unserer Schule vorgenommen?

 

Mlr: Also das Ziel in diesem Schuljahr ist mir ja schon vorgegeben, es müssen die ganzen neuen Rahmenlehrpläne entwickelt werden. Das ist die derzeitige Aufgabe. Ansonsten müssen wir mal schauen. Die Schule hat ja einen sehr guten Ruf und ich denke mit den Rahmenlehrplänen gibt es eine sehr große Aufgabe zu erfüllen.

 

SZ: Erhoffen Sie sich eine besondere Mitarbeit von den Schülern?

 

Mlr: Ich würde mich freuen, wenn die GSV aktiv ist. Das kann ich aber jetzt noch nicht beurteilen, ob sie aktiv ist, also bitte nicht falsch verstehen. Ich finde das wichtig, weil die Schule nicht nur für die Schüler da ist, sondern auch die Schüler für die Schule. Ihr verbringt einen Großteil eurer Zeit in der Schule, euer zweites Zuhause sozusagen. Und da finde ich, sollten die Schüler sich einbringen, wenn sie Ideen und Projekte haben, wenn sie spürbar sind und etwas bewirken.

 

SZ: In welchem Maße würden Sie Projekte von Schülern unterstützen?

 

Mlr: Das hängt ja immer ein bisschen von dem Projekt ab. Es ist eine juristische Frage. Also allgemein, natürlich würde ich es unterstützen, man muss das aber im Einzelfall betrachten.

 

SZ: Was den Schülern sehr auf dem Herzen liegt, ist die Frage der Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern. Es gab in den letzten Jahren immer wieder Kommunikationsschwierigkeiten, gerade was wichtige Veranstaltungen angeht.

 

Mlr: Also erst einmal kann ich gar nichts machen, da ich davon zum ersten Mal höre. Also Schüler-Lehrer und Schüler-Schulleitung?

 

SZ: Ja genau. Es wäre uns wichtig, dass wir früher von z.B. Sportveranstaltungen, Konzerte, allgemein wichtigen Schulterminen erfahren. Das Hauptproblem war hierbei meistens, dass die Lehrer Informationen nicht weitergetragen haben.

 

Mlr: Also meine Idee, deshalb hatte ich auch schon mit einigen darüber geredet, ist, dass ich mich einmal im Monat mit den Schülervertretern treffe. Damit wäre es schon einmal eine Plattform, über die man Kommunikation anstreben kann. Alles andere wird dann noch gemacht. Ich bin immer für Ideen offen! Also falls ihr Vorschläge habt…!

 

SZ: Können Sie uns noch etwas zu Ihrer Person erzählen? Was hat Sie Z.B. dazu motiviert, Lehrerin zu werden?

 

Mlr: Oh das Wollte ich schon immer! Ich bin jetzt 28 Jahre Lehrerin. Und das wollte ich schon immer. Was mich dazu motiviert hat? Als ich noch zur Schule gegangen bin, war es so, dass sich die Größeren immer um die Kleineren gekümmert haben. Das war einfach so. Ich war sehr viel im Sportverein und da und auch außerhalb meines Trainings, hatte ich viel mit jüngeren Kindern zu tun. Aber das ist schon ganz lange her, ich weiß nur, dass ich es bis heute nicht bereut habe. Ich bin immer noch gerne Lehrerin, auch wenn ich mich jetzt erst für die Schulleitungsstelle entschieden habe.

 

SZ: Wie kamen Sie zu dem Fach Psychologie und was gefällt Ihnen daran am meisten?

 

Mlr: Ich habe zwangsweise Psychologie studiert. Ursprünglich habe ich Russisch und Geographie studiert. In der Mitte der 90er Jahre, hat meine damalige Schulleiterin gesagt, ich müsse noch irgendwas machen. Ja so ist das im Leben. Und dann habe ich wieder auf der Schulbank gesessen und Psychologie studiert, mit dem Staatsexamen dazu. Ich hatte eine völlig falsche Vorstellung von diesem Fach, so wie alle, bereue es aber bis heute nicht. Ich habe das Gefühl, dass es etwas ist, was die Schüler interessiert, wo sie gerne dabei sind, wo sie selber etwas für sich mitnehmen und was mich persönlich auch im Lehrerhandeln, aber auch privat Zuhause so beeinflusst hat, dass ich vieles entspannter sehe. Also, obwohl ich es unter Zwang studiert habe, meine Kinder noch sehr klein waren und es dementsprechend anstrengend war, bin ich froh, dass ich es getan habe.

 

SZ: Wie genau sieht das jetzt mit den Turnhallen aus? Wird es jetzt wirklich bis zum Ende des Semesters bleiben, oder sogar länger?

 

Mlr: Ich kann euch nur den aktuellen Stand mitteilen. Es wird gerade getrocknet und wir haben die Container da, um die Sportgeräte heraus zu räumen. Das wichtigste ist nämlich, dass die gesamte Turnhalle getrocknet wird, da wir bis zum Beton nass sind. Ursache war das Unwetter. Also das ist schon ein positiver Stand. Es sollen dann noch neue Böden rein, aber da hängen wir gerade an der Bürokratie. Es müsste eine Ausschreibung geben, das Bauamt hat uns mitgeteilt, dass das ca. fünf Wochen dauert und dann hoffen wir, dass die Turnhalle bald fertig sein wird. Momentan läuft alles nach Plan und wir hoffen, dass es bis Ende des ersten Halbjahres durch ist. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen. Ich habe noch eine Bitte an euch: Und zwar betrifft das die Ordnung und Sauberkeit im Haus, aber auch vorne, das betrifft nur die Oberstufe. Das sieht so schlimm aus, wir schädigen damit ja auch den Ruf der Schule. Vielleicht schaffen wir es gemeinsam eine Lösung dafür zu finden, damit es sauber bleibt. Die Zigarettenkippen sind das eine, der Müll und der Lärm das andere. Mein Ansatz wäre, noch einmal das Gespräch zu suchen, ansonsten müssen wir andere Maßnahmen ergreifen.

 

SZ: Sie hatten am Anfang erzählt, dass Ihnen die Ausstattung unserer Schule gefällt, was genau ist anders als an anderen Schulen?

 

Mlr: Mir ist aufgefallen, dass es hell ist, dass die Flure gestaltet sind und dass unwahrscheinlich viele Räume zur Verfügung stehen. Die große Anlage, der große Hof, die Turnhallen, der Schulgarten, es hat alles etwas Befreiendes.

Falls euch noch Fragen einfallen, meldet euch gerne bei mir.

 

SZ: Vielen Dank für das Interview!