Zeitzeugen – Im Wandel der Zeit

kurt-salomonAm 2. November besuchte Kurt Salomon Maier unsere Schule als Zeitzeuge des Dritten Reiches. Der 86-Jährige war im Rahmen der Organisation „Die Quellen sprechen“ aus Washington eingeflogen, um Schüler*innen verschiedener Bundesländer persönliche Einblicke in seine Kindheit zu geben.

Kurt Salomon Maier wurde am 4. Mai 1930 in Kippenheim (im Schwarzwald) geboren und wuchs in einer jüdischen Familie auf. Im Zuge des NS-Regimes erfuhr er schon als Junge Ausgrenzung und Entbehrung im antisemitischen Deutschland. 1940 wurden schlussendlich die ersten Deportationen von Juden in Baden-Württemberg organisiert, so verschleppten die Nationalsozialisten ihn, seine Familie und viele andere am 22. Oktober 1940 in ein französisches Internierungslager nach Gurs,

dem sie nur mithilfe ihrer Verwandten in Texas (und einer Menge Glück) im Mai 1941 entfliehen konnten. Es gelang der Familie infolgedessen über Marseille sowie Casablanca letztendlich in die Vereinigten Staaten zu emigrieren.

Dies ist jedoch nur ein kurzer Einblick dessen, was Kurt Salomon Maier uns mit der Unterstützung von reichlich Bildmaterial zeigte. Innerhalb von anderthalb Stunden berichtete er erstaunlich lebendig und gefasst von seinen Erlebnissen. Es offenbarte sich uns die Surrealität der damaligen Zustände und gerade durch jene schockierenden Erfahrungen zog er den gesamten Raum in seinen Bann und schaffte es auch etwas in uns Schüler*innen zu bewegen. Es sind diese individuellen Geschichten, die es braucht, um das Leben jüdischer Familien im Nationalsozialismus, wenn auch nur ansatzweise, nachvollziehen zu können. Denn auch in Zukunft wird es Aufgabe bleiben müssen, uns immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, was die Begeisterung der Massen durch menschenverachtende Demagogie möglich macht. In jedem Fall blieb vor allem bei der anschließenden Fragerunde ein bitterer Nachgeschmack. Rechter Populismus ist schließlich ein erschreckend aktuelles Thema.schule_ohne_rassismus

Wir als Teil einer „Schule ohne Rassismus –  Schule mit Courage“ haben Kurt Salomon Maier gern, wenn auch betroffen, zugehört.

In diesem Zuge, vielen Dank, Herr Maier, für Ihren Besuch!

P. 12.Jahrgang