Das Ende der Schulzeit

12 Jahre sitzen wir nun schon auf der Schulbank. Seit 12 Jahren arbeiten wir nur auf dieses eine Ereignis hin: das Abitur. Es war uns auch nicht von Anfang an bewusst, dass alles hier irgendwann mal zu Ende geht.

Vor 2 oder 3 Jahren habe ich mir noch gewünscht, dass es doch endlich vorbei sein soll. Doch nun, da das Ende immer näher rückt und wir in die große weite Welt entsendet werden, um sie nach unseren Vorstellungen zu formen, bekomme ich das Gefühl, dass alles zu schnell geht. Wenn man mir vor 2 Jahren noch gesagt hätte, dass ich dem Ende mehr mit Angst als mit Optimismus entgegen gehe, hätte ich vermutlich über diesen amüsanten Witz gelacht. Aber jetzt, da ich wirklich an dem Punkt angekommen bin, schaudert es mir. Ich kann es immer noch nicht ganz glauben. 12 Jahre haben wir einfach

nur das eine gemacht. Morgens aufstehen, sich auf den Weg zur Schule machen.

Wenn man dann endlich angekommen war, hat man sich noch darüber beschwert, dass es viel zu früh ist. Dann 2 mal 45 Minuten Unterricht, eine Pause von meist 20 Minuten und wieder 2 mal 45 Minuten Unterricht.

Danach ab in die Essenspause und das meist mittelmäßige Essen in 30 Minuten runterschlingen. Dann noch einmal 45 Minuten Unterricht, bevor man wieder eine Pause von 30 Minuten hatte. Je nach Anzahl der Stunden, hatte man dann Schulschluss und wurde von den Eltern abgeholt oder man verbrachte seine Zeit im Hort, aus dem man schließlich auch irgendwann abgeholt wurde.

Mit den Jahren wurden es immer mehr Stunden und irgendwann wurde man auch nicht mehr von den Eltern abgeholt, sondern ging alleine nach Hause, weil man ja schon groß war.

Gott, was waren wir naiv. Ab der fünften Klasse war es dann vorbei mit Hort. Man verbrachte die Nachmittage entweder noch mit seinen Freunden im Schülerclub oder ging nach Hause. Hausaufgaben hatte man schließlich auch noch aufbekommen. Ich dachte bis vor kurzem immer noch, dass Hausaufgaben nur von den Lehrern erfunden wurden, um die Schüler zu ärgern und ihnen den Tag zu verderben.

Dann der große Wechsel: Siebte Klasse und völlig neue Leute, die meisten von ihnen hat man noch nie gesehen und man will auch eigentlich erstmal nichts mit ihnen zu tun haben. In den Pausen gesellt man sich zu den Leuten, die man kennt. Auch die Lehrer mag man wie immer nicht.

Und da sind andere Schülerinnen und Schüler auf der Schule so groß wie Riesen. „Wie kann man nur so groß werden?“ dachte ich mir, als ich zwei dieser Riesen in der Pause Baskteball spielen sah. Ja ihr wisst wer gemeint ist 😉

Mit der Zeit freundete man sich dann mit den Leuten aus der Klasse an und ab und an, traf man sich auch mal außerhalb der Schule. Doch die Lehrer waren noch gemeiner als vorher. Jetzt sollte man selbstständig in Gruppen ein Thema erarbeiten, ohne zu wissen ob die Ergebnisse richtig waren.

An der Unterrichtsform hatte sich nichts geändert. Nur die Stundenzahl. Mann, war das viel Unterricht. Doch auch hier wurde es immer mehr und die Aufgaben wurden auch nicht leichter.

Ab der achten Klasse sprachen dann die Lehrer ab und zu mal von irgendeinem Abschluss, den man in der zehnten Klasse macht. Ach das ist ja noch ewig hin, dachte man sich. Die Jahre vergingen, der Tagesablauf blieb gleich. Die Leute aus dem Bus kannte man nun auch schon ganz gut. Neunte Klasse: „So, wir schreiben dann mal Bewerbungen für ein Betriebspraktikum, welches erst am Ende des Schuljahres ist.“

Hätte ich doch damals nur besser aufgepasst, als wir gelernt haben, was da so alles rein gehört. Erst gestern saß ich verzweifelt an meiner Bewerbung für meine Ausbildung und hing an meinem Lebenslauf. Doch Google is your friend und wird es auch noch in der Zehnten Klasse bleiben. Spätestens als man sich dann auf die PibF vorbereitet hat, war das Internet unser Nachschlagewerk Nummer 1.

Ach, und da war ja was wegen Abitur und so. Sollte mir mal langsam Gedanken machen, welche Kurse ich wähle. Passt schon so. Den MSA in der Tasche und weiter in Richtung Abitur. Bis die Prüfungen anstehen, habe ich ja noch massig Zeit. Die kleinen Siebtklässler haben es gut. Alles noch so entspannt bei denen. Die Freistunden verbrachte man anfangs mit sinnlosen Sachen, wie zu Kaisers gehen oder sich was zu Essen holen. Doch auch das änderte sich schnell. Heute verbringe ich meine Freistunden die meiste Zeit mit Lernen oder mit meinen Freunden zusammen.

Dieses letzte Jahr schaffst du jetzt auch noch.

Was will ich eigentlich mal machen? Studieren? Nee auf keinen Fall. Viel zu anstrengend. Lieber irgendwas, was Spaß macht. Ich hab’s. Erst ein halbes Jahr Freiwilligenarbeit und danach ins Ausland. Dann im Sommer irgendwann zurück und ne Ausbildung anfangen.

Ach, und vorher sind ja noch Prüfungen in … warte, da stimmt was nicht … OMG das Jahr ist ja fasst um. In 4 Monaten sind die Prüfungen. Das ist viel zu wenig Zeit.

Und was ist mit meinen Freunden? Denken sie genauso wie ich? Haben sie auch Angst vor der Zukunft?

Ich habe mich die letzten Tage wirklich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt, in der Hoffnung eine eindeutige Antworten zu finden. Doch ich musste feststellen, dass es keine eindeutige Antwort gibt.

Letztendlich muss jeder seinen Weg gehen und sich seine Träume erfüllen. Doch ich hoffe von Herzen, dass keiner von uns auf dieser Reise verloren geht. Ich will auch noch in 20, 30 und 40 Jahren mit genau diesen Leuten auf diese wunderbare Schulzeit zurückblicken.

Ich will mit ihnen alte Klassenfotos durchgehen und mich an all das hier erinnern.

Vielleicht werden wir dann alle herzhaft über die Dummheiten lachen, die irgendjemand von uns angestellt hat. Vielleicht werden wir uns aber auch über unsere Frisuren oder Ähnliches aufregen. Oder an irgendeinen klugen Spruch, den irgendein Lehrer irgendwann mal gebracht hat erinnern.

Diese Schulzeit werde ich nie vergessen und ich bin froh, dass ich sie mit solch‘ tollen Leuten verbringen konnte. Es bleiben ja immerhin noch ein paar Monate. Und selbst dann ist dies lediglich das Ende eines Kapitels im großen Buch.

Ich betrachte das Ende der Schulzeit einmal als genau das, was es ist, nämlich das Ende unserer Schulzeit. Doch danach beginnt ein weiteres spannendes Kapitel unseres Lebens.

Dies ist nicht das Ende … Es ist der Anfang von etwas ganz Besonderem. Der Anfang des Lebens, auf das wir uns 12 Jahre lang vorbereitet haben.

Ohne unsere Lehrer wären wir nicht da, wo wir jetzt stehen. Ohne unsere Freunde wären wir nicht die, die wir jetzt sind. Und ohne unsere Eltern, hätten wir all das hier nicht durchgehalten.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen, die mich auf meinem Weg immer unterstützt haben und hoffe, dass ich auch in Zukunft mit eurer Unterstützung rechnen kann. Dankeschön für diese tolle Zeit. Auf dass sie uns immer im Gedächtnis bleibt und unsere Erinnerung an sie niemals verblasst ♥
F. 12.Jahrgang

2 Kommentare

  1. Karin Tröger sagt:

    Klasse Beitrag! Was so alles passiert ist! Und den Eltern geht es übrigens nicht anders! 🙂 K.Tröger

  2. M.Heuck sagt:

    Sehr schön geschrieben!

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