Nach dem Abi kommt die Selbstreflexion – Der Freiflieger im Interview mit dem ehemaligen Schulsprecher Alexander Mischke

Wir haben den ehemaligen Schülersprecher Alexander Mischke um ein Interview gebeten. Tatsächlich haben wir kurz darauf die Antwort erhalten: Ja gern!
Alex ist jetzt 21 Jahre alt und war vor 3 Jahren im 11. Jahrgang Schülersprecher an unserer Schule.
Jetzt arbeitet er als Rettungsassistent in Berlin. Am 02.03.2017 führten wir mit ihm folgendes Gespräch:

SZ: Wie fandest du das Gebrüder-Montgolfier-Gymnasium zu deiner Schulzeit?

AM: Es war definitiv eine tolle Schule! Was einem sofort auffällt: Sie ist ein schönes, helles Gebäude. Ich war, glaube ich, im ersten Jahrgang, nachdem die Schule saniert worden war. Mein Erstwunsch war eigentlich das Archenhold-Gymnasium, doch ich bin  sehr froh, hierher gekommen zu sein. Zum einem, weil die Lehrer hier besser waren und zum anderem kam hier jeder mit jedem klar. Spätestens in der Oberstufe hat man ein richtiges Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Wir haben immer Konflikte zwischen Schülern und Lehrern offen ausgetragen, was der Schüler-Lehrer-Beziehung sehr gut getan hat.
Außerdem durfte ich mich ab dem 12. Jahrgang selbst krankschreiben …

SZ: Was vermisst du am meisten an der Schule?

AM: Ferien! Man vergisst doch, wie lang die Ferien sein können und vor allem wenn man berufstätig ist, wären 6 Wochen Sommerferien schon keine schlechte Sache. Und die Schulzeit war relativ unbeschwert. Man hatte einen festen Zeitplan, den man befolgen konnte … Jetzt kannst du nicht krank machen, weil es eben dein Job ist, dort wo du beschäftigt bist. Du bleibst wegen einer Erkältung oder wegen Kopfschmerzen nicht einfach so Zuhause. Es lastet auf dir ein ganz anderer Druck als in der durchschnittlichen Schulzeit. Das war definitiv entspannter.
Und du hast ein dauerhaftes Niveau in der Schule, da du täglich was beigebracht bekommen hast (egal ob man es jemals brauchen wird oder eben nicht). Generell vermisse ich das Konzept der Schule. Wir haben gelernt uns gut zu präsentieren und haben eine Menge an fachlichen Kompetenzen erworben, die mir tatsächlich in meinem Leben weiterhelfen. Es wurde immer darauf geachtet, dass wir durch gewisse Lernmethoden uns selbst verwirklichen konnten und zum Leben dazu gelernt haben.

SZ: Hast du noch Kontakt zu damaligen Schulfreunden?

AM: Mega wenig. Nur noch zu einer. Es hat sich ein kleiner Kreis erhalten, aber durch Trennungen, Studium oder Ausbildung ist doch einiges auseinander gebrochen. Von anderen weiß ich aber, dass viele Freundeskreise sich erhalten haben.

SZ: Wie hast du das Abitur empfunden und wie hast du dich vorbereitet?

AM: Also, ehrlich gesagt, habe ich mich so gut wie gar nicht darauf vorbereitet. Ich war, wie man das so schön nennt, in meiner Feier-Phase. Das einzige Fach, für das ich etwas gelernt habe, war Mathe, aber das hat mir auch nicht so wirklich geholfen. Ich hatte auch schon meinen Ausbildungsvertrag, das war also entspannt.

SZ: Und was würdest du Rückblickend anders machen?

AM: Ziemlich schwierige Frage. Ich habe festgestellt, dass man nach dem Abi in eine Selbstreflexion verfällt. Klar hätte ich mich mehr anstrengen können, trotzdem bin ich super glücklich mit meinem Leben, so wie es jetzt ist. Mit nem besseren Abi hätte ich ein Medizinstudium machen können, aber ohne meine Ausbildung hätte ich nie diese Fachrichtung für mich entdeckt.

SZ: Warum wolltest du damals Schülersprecher werden?

AM: Es stand damals die Wahl an und es war eine ziemlich chaotische – mit Leuten, die auch chaotisch waren … Es entstand eher aus einer Schnapsidee, dass ich mich als Schülersprecher zur Wahl stellen ließ. Frei nach dem Motto: „Mach das mal, Alex.“

SZ: Wie war deine Zeit als Schülersprecher und würdest du diesen „Job“ ein zweites Mal antreten?

AM: Definitiv. Ich hätte damals auch schon gerne ein Jahr länger den Posten als Schülersprecher übernommen, doch ich war im 12. Jahrgang und mein Abitur stand an. Dieses eine Jahr hat mir sehr viel gebracht. So habe ich durch die intensive Zusammenarbeit mit den Lehrern ein besseres Verständnis für sie entwickelt. Ich habe viel organisiert, beispielsweise die Projektwoche zusammen mit Frau Bergfelder. Und was wir geschafft haben, hat mich ziemlich stolz gemacht.
Rückblickend hat mir das alles im organisatorischen Bereich viel gebracht und was am aller wichtigsten war, dass ich gemerkt habe, wenn ich für etwas wirklich brenne, dass ich das denn auch hinkriege.

SZ: Was waren deine genauen Ziele als Schülersprecher?

AM: Damals hatten wir ein Drogenproblem an der Schule. Dafür, dass ich das Thema offen angesprochen habe, wurde ich von der damaligen Schulleitung kritisiert und sollte eine öffentliche Stellungnahme schreiben, aber das ist ein anderes Thema. Trotzdem haben wir dieses Problem innerhalb des Schulgeländes gut in den Griff bekommen. Daraus habe ich auch gelernt, dass ich immer vorsichtig sein muss, was ich sage, aber vor allem zu wem ich was sage. Es ist ein schmaler Grat auf den man sich als Schülersprecher befindet.
Das Hoffest „Schule mit Courage“ und die Mottowoche konnten wir ganz gut umsetzen und ich hatte damit die Ziele erreicht, die ich erreichen wollte.

SZ: Wir bedanken uns für deine Antworten und dafür, dass du dir Zeit genommen hast her zu kommen. Wir bleiben hoffentlich in Kontakt!

AM: Es ist toll was ihr macht, also macht weiter so!

Ein Kommentar

  1. Ein interessantes Interview! Weiter so!

    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend,
    Christin von http://www.nochedeverano.com 🌸

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