Warum schon wieder ein Lehrerwechsel?

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Ich habe das Gefühl, dass mir oft Lehrer weggenommen werden, mit denen ich gut und viel lerne. Danach muss ich mich an neue Methoden und Lehrkräfte gewöhnen.

Aber warum?

Der Lehrerwechsel liegt oft daran, dass manche Schulen beschließen, alle zwei Jahre, die Lehrer einer Klasse auszutauschen. Schulleitung und Lehrer wollen den Schülern die Chancen geben, ohne Vorurteile neu zu starten. Außerdem soll ein Wechsel der Lehrer nach zwei Jahren auch bei unserer Charakterbildung helfen und uns unterstützen, z.B. mit jungen und älteren Lehrern gleichermaßen klar zukommen.

Dieser Grund entfällt an unserer Schule allerdings.

Für uns dürfte einer der Hauptgründe für Lehrerwechsel sein, dass in Berlin ein Lehrermangel herrscht, unter anderem weil sie hier nicht mehr verbeamtet werden. Das führt dazu, dass Berliner Lehrer weniger verdienen und die Altersversorgung geringer ausfällt. Deswegen bewerben sich viele Lehrer lieber in anderen Bundesländern. Das klappt meistens auch sehr gut, weil fast überall und nicht nur in Berlin Lehrermangel herrscht.

Darüber hinaus gibt es Referendare, die Klassen übernehmen müssen, um ihr Examen zu bestehen. Das Referendariat dauert achtzehn Monate, weswegen ein Lehrerwechsel mitten im Halbjahr unvermeidlich ist. Was nicht selten auch dazu führt, dass sie an eine andere Schule wechseln, wenn sie mit ihrer Ausbildung fertig sind.

In der Oberstufe findet der Lehrerwechsel in den Grundkursen für viele Schüler nach einem Jahr statt. Organisatorisch ist das häufig nicht zu vermeiden. Aber auch hier hat der Lehrerwechsel Nachteile, denn die einzelnen Semester sind sehr kurz und man hat wenig Zeit sich an neue Lehrer zu gewöhnen. Allerdings kann es auch gut sein, wenn man den Lehrer in der Abiturphase noch einmal wechselt, z.B. wenn man mit ihm nicht gut arbeiten kann oder schlecht benotet wird.

Auch im Kurssystem lehren in den ersten beiden Semestern Referendare, die nach ihrem Examen die Schule wechseln. Dann müssen andere Lehrer für das dritte und vierte Semester einspringen.

Hinzu kommt eine starke psychische und physische Belastung, die der Lehrerberuf mit sich bringt, was dazu führt, dass manche Lehrer erkranken und eine lange Zeit nicht wiederkommen oder auch ganz aufhören. Wenn Lehrer häufig und lange krank sind, wird auch darüber nachgedacht, ihn durch eine Aushilfe auszuwechseln.

Gerade Elternzeiten führen zu einem Lehrerwechsel, was in letzter Zeit immer häufiger passiert, denn die Regelungen der Elternzeit sind besser geworden, sodass nicht nur die Lehrerinnen, sondern auch immer öfter und länger Väter in die Elternzeit gehen.

So ärgerlich Lehrerwechsel auch sein können: Es gibt nicht nur Risiken, sondern der Lehrerwechsel verleiht einem auch neue Chancen und Sichtweisen.

Isabella Gürtler, 9b