Im mattesten Grau

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Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich in dir so viel gesehen habe.

Herausforderung brach aus deinen geheimnisvollen Augen heraus, ungezähmte Züge der Erwartung spielten sich um deine Mundwinkel herum.

Deine Stimme hüpfte manchmal ein bisschen vor Tatendrang und du warst so lebhaft, dass ich nicht verstand, wieso deine Gesellschaft gleichzeitig so beruhigend sein konnte.

Ich sah in dir die Chance auf so viel mehr, auf etwas Besseres, auf etwas Unbekanntes.

Du machtest mich neugierig und wissensdurstig, ich war fast schon süchtig nach dir.

Wo ist das alles hin?

Schaue ich dich jetzt an, sehe ich nichts.

Deine Augen haben aufgehört, zu leuchten.

Du strahlst Dunkelheit aus und ich kann kaum mehr atmen neben dir, zu sehr erdrückt mich die schwarze Schwere, die deine durchbohrenden Blicke in mir auslösen.

Ich bin so melancholisch.

Ich höre die Vögel nicht mehr singen,

die Umgebung verblasst im mattesten Grau.

 

Von Isabella K.