Schweigen

Sie geht rechts. Sie geht links. Versucht der Masse zu entkommen. Sie schlängelt sich durch eine Gruppe Mädchen. Teenager.

Quetscht sich an einer Gruppe Touristen vorbei. Duckt sich. Verdreht sich. Den Blick immer nach vorn gerichtet.

Noch ein Bisschen.

Sie kommt an Menschen mit dunkler Hautfarbe vorbei. Glatze, Vollbart, grüne Augen, Knollnasen.

Kleine Menschen, dicke Menschen. Welchen in kurzen Hosen und welchen in übergroßen Pullovern. Menschen mit Toupé oder Baskenmütze. Einfach Menschen.

Sie geht rechts. Sie geht links. Irgendwie kommt sie durch.

Eine Mauer. Warum eine Mauer?

Sie geht zum Mauerwächter hin.

„Du kommst hier nicht durch!“

Weil ich schwarz bin? Weil ich gelb bin? Weil ich Paschtu spreche? Weil ich Buddhist bin? Weil ich klein bin? Weil ich Segelohren habe? Weil ich Brüste, einen Bart habe? Weil ich einen Sari trage?

Doch sie sagt nichts. Sonst tut es ja auch niemand. Sie reiht sich wieder ein. Sie geht rechts. Sie geht links.

Sie verschwindet in der Masse.