Ein Tag mit Ende Gelände

Wir steigen Ostkreuz um, auf der Fährte des Wandels in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Berlin. Unser Ziel ist die Bibliothek der Humboldt-Universität.

Eine kleine Drehtür verbindet das große Gebäude des Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums mit der kühlen Außenwelt. Es ist Januar. Leicht fröstelnd blicken wir unserem Ziel entgegen. Sonja, Mitglied der Social-Media AG des Aktionsbündnisses Ende Gelände, kommt lächelnd auf uns zu.

Die Bibliothek ist gut gefüllt. Zu gut. Alle Plätze sind belegt. Also setzen wir uns auf den Boden.

Sonja ist Aktivistin bei Ende Gelände. Die Organisation betitelt sie als Graswurzelbewegung. Das heißt, Ende Gelände ist eine basisdemokratische Widerstandsgruppe, die sich für einen Wandel in der Politik und eine Systemänderung stark macht, die von den Büger*innen und nicht von der Politik ausgehen soll. Dabei spezialisiert sich Ende Gelände auf die Gebiete Klimaschutz und Solidarität.

Als die Gruppe 2015 gegründet wurde, war Sonja noch nicht dabei, doch schnell hat die Studentin zu ihr gefunden. Überzeugend erzählt sie vom Konzept der antirassistischen, antifaschistischen, antikapitalistischen und feministischen Bewegung.

„Auch für Frieden?“, wirft Tim ein. Ja, gerade für Frieden und einen Planeten voller Solidarität auch für Nachfolgende Generationen setze sich Ende Gelände ein. Denn es liegt jetzt an uns.

Der sofortige Ausstieg aus der Kohle ist ihr Hauptdiskurs, also eine methodische sowie praktische Auseinandersetzung mit dem Thema. Damit ist auch der Umstieg auf erneuerbare Energien gemeint, der durch Gesetze mit Einschränkungen zu kämpfen hat. „Eine Frechheit“, wie Sonja meint. Um dies zu ändern, setzt die Bewegung auf „zivile Ungehorsamkeit“ und blockiert Braunkohlereviere.

Auf die Frage, ob die Berliner Regierung es schafft, ihr Ziel einzuhalten, bis 2050 Klimaneutral zu sein, zuckt die Studentin nur ratlos mit den Schultern. Jedenfalls halte sie das für notwendig und dafür braucht es Veränderung und Gruppen wie Ende Gelände, die aus der Bevölkerung heraus agierten und der Politik Druck machten.

Nach einer guten halben Stunde verabschieden wir uns von der Aktivistin. Vor uns steht eine lange Rückfahrt und vor Sonja ein weiter Weg.

Auf Tims Empfehlung beschließen wir einen kleinen Abstecher in die Swing Kitchen zu machen, einem veganen und plastikfreien Burgerladen. Die Sauerei beim Verzehr des unhandlichen aber leckeren Burgers fällt kleiner aus als gedacht. Vielleicht ist so eine Adresse ja doch eine gute Idee für ein nachhaltiges erstes Date?

P.S: Weiter unten ist das komplette Interview für euch als Audiodatei verfügbar.

P.P.S: Genaueres zur Swing Kitchen findet ihr hier: https://freiflieger.blog/2020/01/24/fastfood-mit-gutem-gewissen/