Encanto – ein bunter, magischer und mitreißender Film

Als kleines Mädchen saß ich begeistert, mit großen glänzenden Augen, im Kino. Ich fühlte mich wie in meiner eigenen kleinen Märchenwelt, als ich die Kombinationen aus bunten Farben, Feenzauber und mitreißender Musik der Walt Disney Studios bewunderte. Das hat sich bis heute nicht großartig geändert.   

Meistens handelten die Geschichten von Prinzessinnen, die in ein großes Abendteuer verwickelt wurden und in einer magischen Welt von lauter Gefahren umgeben, darauf warteten, dass ihr strahlender Prinz kommt und alles für sie wieder in Ordnung bringt.

Der im Winter 2021 neu erschienene Disney Film „Encanto“ handelt jedoch nicht von einem großen Abendteuer, sondern erzählt die Geschichte einer besonderen Familie und ihren Verhältnissen zueinander.

Versteckt – seit mehreren Generationen – in den Bergen Kolumbiens leben die Madrigals – eine ganz und gar außergewöhnliche Familie. Sie wohnen in einem magischen und lebenden Haus, das allen Nachkommen der wortkargen Abuela jeweils eine andere besondere Gabe verleiht. In ihrer Stadt wimmelt es nur so von den unterschiedlichsten Stadtbewohnern, die mit ihrer pulsierenden Art zu den Madrigals, wegen ihrer einzigartigen Gaben aufsehen. Diese setzen die Madrigals für das Allgemeinwohl ihres Dorfes ein – sie identifizieren sich regelrecht mit ihrer Gabe. Nur die Protagonistin Mirabel bleibt leer aus und übernimmt die Rolle des schwarzen Schafes in dieser scheinbar perfekten Familie.

Als sie eines Tages Risse in den Mauern ihres Hauses entdeckt, die sich immer mehr ausbreiten und das Familienheim zu bedrohen scheinen, kommt es zu einer großen Unruhe und zu einigen Offenbarungen.

Zu dem Film:

Disney hat sich mit der Animation mal wieder selbst übertroffen. Die Qualität sowie die Emotionen, die die Figuren vermitteln, kommen sehr realistisch rüber und verursachen an den einen oder anderen Stellen Gänsehaut. Die mitreißende Optik, die den Film regelrecht zum Leben erweckt, wird auch nochmal durch die neun Lieder bestärkt, die von tropischen lateinamerikanischen Rhythmen bis zu Cumbia-Klängen reichen. Diese geben der Handlung noch einmal einen gewissen Pepp und verstärkt die von der Latino Musik geprägte Stimmung.

Was einem auch ins Auge sticht, sind die vielen Details, die verdeutlichen, dass die Geschichte in Kolumbien spielt. So werden typisch kolumbianische „arepas“ (Maisfladen) zubereitet oder Regenschirme in den Landesfarben aufgespannt. Auch die verschiedenen Familienmitglieder decken in ihrem Äußeren, die kulturelle und ethnische Vielfalt des Landes ab.

Die Aussage des Films „Encanto“, der sich um familiären Zusammenhalt und Akzeptanz dreht, ist wunderschön und ergreifend. Er schafft es eine wichtige Lektion an Kinder zu vermitteln und gleichzeitig den Eltern passiv zu zeigen, dass sie nicht vergessen sollten, sich in ihre Kinder hineinzuversetzen. Der Film erinnert daran, immer genau hinzusehen und zuzuhören.   

Nichts ist selbstverständlich, jeder ist auf seine Art und Weise etwas besonderes und zu etwas Wunderschönem fähig, solange er die Unterstützung und das Vertrauen seiner Umgebung erhält.

„Encanto“ ist sicherlich nicht einer der besten und stärksten Filme der Walt Disney Studios, doch dafür hat er eine Menge Herz und Charme, viel Humor und eine Geschichte sowie Charaktere, die man trotz ihrer Ecken und Kanten tief ins Herz schließt. Mit den tollen Gesangseinlagen, dem Familien Chaos, und einer Bedrohung die vom Protagonisten beseitigt werden muss, bleibt Disney sich treu und schafft wie immer einen perfekten und abenteuerreichen Film für die ganze Familie.

-Die Anonymen Markus Fans