Magical Wild Dogs

Teil 1

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Figuren:

Mond: schwarz-weiße kleine Bordercolly mit blauen Augen; Weibchen

Wolke: weißer Pudel mit grünen Augen; Männchen

Stein: schwarzer Labrador mit dunkelblauen Augen und einer dicken blassen Narbe im Nacken; Männchen

Blüte: hellbrauner Chihuahua mit gelben Augen; Weibchen

Donner: hellbrauner Ridgebag mit bernsteinfarbenen Augen; Männchen

Shadow: dunkelbrauner Altdeutscher Schäferhund mit bernsteinfarbenen Augen; Männchen; Lebt bei den Aufpassern

Fremd Begriffe:

Aufpasser: Polizisten

Zweipfoten: Menschen

Wärmewechsel: der Wechsel zwischen den Jahreszeiten

Blattfall: Herbst

Katzendung: Mist/verdammt

Schlangenschwanz: Peitsche/Rute

***

Die Sonne stand hoch am Himmel und vereinzelte kleine Wolken schwebten durch die Luft. Mond lag auf einem Hügel und ließ sich von den Strahlen das Fell wärmen. Der Wind wehte über das Feld und zerzausten es etwas.

Mond setzte sich auf und streckte sich.

Mann, ist das langweilig, nie passiert hier etwas.

Mond lebte in der Nähe eines kleinen Ortes namens Hawkins. Seine Bewohner waren eher ruhig, stahlen nichts und es ging schon so weit, dass die Aufpasser, die immer in blau herumliefen, nur zu zweit waren. Alle anderen Zweipfoten taten den ganzen Tag nichts anderes als vor ihrem Heimatkasten zu sitzen und ihre Katzen zu streicheln.

Oh Mann, wie kann man nur Katzen lieber mögen als Hunde?,dachte Mond angewidert. Diese kleinen Biester flüchten schon vor dem kleinsten Hund.

Als die Sonne ihren höchsten Punkt erreicht hatte, fiel ihr ein, dass Shadow immer um diese Zeit mit seinen Zweipfotern kam. Shadow war ein dunkler Altdeutscher Schäferhund, der bei den Aufpassern lebte, und immer, wenn er kam, eine lustige Geschichte zu erzählen hatte. 

Mond hob die Nase in den Wind. Sie konnte Shadow schon wittern. Sie spähte in die Richtung, aus der der Geruch kam. Shadow trottete mit einem der beiden Aufpasser auf sie zu. Mond rannte in ihre Richtung und Shadow sah den Aufpasser flehend an. Er lächelte und löste die Leine samt Halsband. 

Als Shadow los lief, jaulte der Aufpasser ihm noch etwas hinterher, was Mond natürlich nicht verstand. Shadow bellte und raste nun auch auf Mond zu. 

Kurz bevor sie ganz nah beieinander waren sprang Mond und landete auf Shadow. Der aber rollte sich auf den Boden und Mond musste von ihm runterhüpfen. Dann sprangen sie sich wieder an, und stürzten den Hügel in einen Ball aus Fell und sausten hinab. 

Nachdem sie unten ankamen, rollten sie auseinander. Mond ergriff die Chance und warf sich erneut auf Shadow, während der noch wakelte und seine Balance suchte. Nun stand sie auf ihm und bellte triumphierend. 

Shadow grinste.: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.“ 

Shadow drehte sich und warf Mond wieder ab. Jetzt stand er auf ihr und nagelte sie am Boden fest. Shadow sah sie siegessicher an, während Mond noch versuchte, sich zu befreien. Doch dann gab sie auf. Shadow war einfach zu groß und zu schwer. 

„Na gut, du hasst gewonnen. Und jetzt geh endlich von mir runter“, sagte Mond und Shadow ging beiseite, sodass Mond sich gemütlich hinlegen konnte.

Shadow schmiegte kurz seine Wange gegen ihre. „Hallo, Mond.“ 

Dann ging er schnell um sie herum und legte sich auch gemütlich hin. 

„Na? Hat Blüte wieder versucht, dein Herz zu gewinnen?“, fragte sie. 

Shadow kicherte „Was glaubst du denn? Natürlich hat sie es versucht. Ohne Erfolg, musst du wissen“

Blüte war eine kleine Chihuahua, die in Shadow verknallt war. Sie war sehr nett und süß und so ahnungslos. Sie möchte sich manchmal mit Katzen anfreuden kappiert aber nicht das diese sie nicht verstehen.

Nach einiger Zeit lustiger Geschichten von Shadow, merkte Mond, dass ihre Beine langsam steif wurden. Sie stand auf und forderte Shadow zu einem rennen heraus. 

„Na gut. Aber du wirst bestimmt nicht hinterherkommen mit deinen kleinen Beinen“, neckte Shadow sie. 

Mond sah ihn herausfordernd an „Wollen wir wetten? Wer zuerst bei der großen Eiche dort hinten ist, hat gewonnen. Der Verlierer muss für jedes nächste Treffen etwas leckeres von den Zweipfoten klauen, für einen Wärmewechsel.“

Shadow grinste sie an. „Na dann!“

„Sobald das nächste Blatt von diesem Baum auf dem Boden liegt, geht es los. Im Blattfall geht das ja rechte schnell“, sagte Mond und zeigte auf den Baum neben ihnen. 

Beide machten sich bereit. 

Eine Windböe fegte ein Blatt vom Ast. Kaum hatte das Blatt auch schon den Boden berührt, flitzte Mond los. 

Shadow staunte erst und lief kurz danach hinter ihr her. Als Mond über ihre Schulter blickte, sah sie, dass Shadow immer näher kam.

Katzendung!, dachte sie wütend. Er darf nicht gewinnen!

Sie lief noch ein Stück, bis vor ihnen plötzlich ein anderer Baum auftauchte, der von einem Sturm umgeschmissen worden war. Doch Mond lächelte nur und sprang leichtfüßig über den Stamm hinweg. 

Als Mond sich umblickte, sah sie, dass Shadow ein paar Probleme mit dem Hindernis hatte. Seine Beine waren zu lang und er brauchte zu lange, um sie hoch genug anzuheben. Shadow schaffte den Sprung nur zur Hälfte, lag auf dem Stamm, versuchte herunterzukommen und konnte nur noch zusehen, wie Mond davonlief. Als Mond am Baum angekommen war, sah sie zu wie Shadow sich krampfhaft von dem Stamm mühte. 

Wer hat da was über kleine Beine gesagt, dachte sie amüsiertTja, jetzt wünschest du, du hättest kürzere Beine, was? 

Sie legte sich entspannt hin und wartete auf Shadow, der nun auf sie zukam.

„Das mit dem Stamm hast du doch gewusst“, sagte Shadow. 

Mond sah ihn amüsiert an. „Tja, wie war das noch mal vorhin? ,Mit deinen kurzen Beinen kommst du gar nicht hinter her,? Aber, nein, ich wusste nichts von dem Stamm.“ 

„Da hab ich mir wohl selbst eins ausgewischt. Aber wie sagt man doch so schön?“

„Es kommt nicht immer auf die Größe an“, sagten beide im Chor. 

Shadow legte sich neben Mond.

„Du weißt was die Abmachung war“, meinte Mond. 

„Ja, ja, ja“, sagte Shadow genervt. 

Mond lachte. Sie schloss kurz die Augen um den Wind erneut in ihrem Fell zu spüren. Plötzlich roch sie etwas. 

„Heu, sag mal, riechst du das?“, fragte sie. 

Shadow hob die Nase, um den Geruch aufzunehmen. „Ja, du hast recht. Das riecht wie, Blüte!“, bellte er. 

Mond hielt ihm den Schwanz vor die Schnauze, damit er ruhe gab. Sie deutete mit ihrem Ohr auf die Büsche. Beide krochen rein und während sie durch die Büsche krochen wurde der Geruch stärker. Als sie durch sehen konnten sahen sie Zweipfoten die um Blüte standen, um ihr einen Maulkorb anzulegen. Sie wollten sie mitnehmen. BLÜTE!